Realschule

Ganztagesschule in gebundener Form

Seit September 2006 bietet das Marianum eine Realschule für Jungen und Mädchen in gebundener Ganztagesform an. Jeweils im September wird eine neue 5. Klasse aufgenommen. Informationen zum Verfahren der Anmeldung zur Ganztags-Realschule finden Sie hier.

Anmeldeschein und Info finden Sie hier.

Klassenzimmer

Prozesse, wie sie oben beschrieben sind, lassen sich nicht auf einen Schulvormittag reduzieren. Insbesondere auch soziales Lernen braucht soziale Erfahrung und Auseinandersetzung. An der Realschule am Marianum lernen die Kinder gemeinsam und voneinander, sie erleben aber auch freie Zeit miteinander und engagieren sich über den eigentlichen Unterricht hinaus z.B. in Projekten. Gleichzeitig sind diese Erfahrungen in den Projekten lern- und bildungswirksam. Beim Paddeln, Segeln oder Klettern lernen die Kinder viel über Naturphänomene, aber auch Regeln für das soziale Miteinander.

Kletterwald

Bildungsprozesse laufen nie losgelöst in abgeschlossenen Räumen oder 45-Minuten-Takten ab. Kinder lernen immer und überall, wir können es gar nicht verhindern. Bildung lässt sich auch nicht reduzieren auf das Erlernen von Fachwissen sondern umfasst alle Bereiche des menschlichen Lebens. Entsprechend muss auch Schule konzipiert sein.

Wir setzen diese Erkenntnisse um, indem im „vernetzten Unterricht“ über Epochen (z.B. Zeitraum von 8-10 Wochen) hinweg Inhalte von den Kindern umfassend und ganzheitlich erschlossen werden. So führte die erste Epoche „Wir lernen uns und unsere Umwelt kennen“ unterschiedliche klassische Schulfächer (Erdkunde, Geschichte, Gemeinschaftskunde – Fächerverbund EWG, das naturwissenschaftliche Arbeiten – Fächerverbund NWA, Deutsch, Religion u.a.) zu ganzheitlichen Lernprozessen zusammen. Ausgangspunkt des Lernens ist die Erlebenswelt der Kinder (hier ihr Umfeld) und die Situation in einer neuen Schule zu sein, neue Klassenkameraden zu haben usw. 

Kinder am Tisch sitzend

Alle Erkenntnisse der modernen Lernforschung bestätigen, dass die handelnde Auseinandersetzung des Kindes mit dem Lerngegenstand höchst lernwirksam ist. Nicht das Auswendiglernen und Reproduzieren von Wissen wirkt „nachhaltig“, sondern das Erfassen und Verinnerlichen von Sinnzusammenhängen und selbstständig abgeleiteten Regeln und Strukturen. Über das methodische Element der freien Arbeit (in Anlehnung an Maria Montessori) ermöglichen wir den Kindern eine selbsttätige Auseinandersetzung mit Unterrichtsinhalten und Lerngegenständen. Sie üben gemeinsam, weil es ihnen mehr Spaß macht und sie sich bei Problemen gut helfen können.

Kletterwand

Ausgehend von der Grundannahme, dass die Kinder sehr wohl entscheiden können, welchem Lernstoff sie sich zuwenden wollen und mit wem sie arbeiten wollen, braucht das Zusammenleben Regeln und Strukturen. Die Freiheit des Einzelnen ist eingebunden in das Zusammenleben der Schul- und Klassengemeinschaft. Entsprechend werden mit den Kindern Regeln vereinbart, z.B. für den „Coolenraum“ im Keller, in dem die Kinder in ihrer freien Zeit unter sich sind, spielen und Musik hören. Die Durchsetzung dieser selbst aufgestellten Regeln fällt den Kindern nicht schwer und sie sorgen sich selbst um die Einhaltung.
Verantwortung haben wir also für uns, für unsere Mitschüler, aber auch für unsere Umgebung, also das Haus und die Natur. An diesem Beispiel wird deutlich, dass sich Bildung nicht auf das Lernen in Unterrichtsstunden beschränken lässt.

Sitzkreis
Kinder halten Hände und stehen im Kreis

Lernen mit anderen gemeinsam kann interessanter und abwechslungsreicher sein als allein. Und – Lernen voneinander eröffnet neue Lernwege, auf die die Lehrkraft vielleicht gar nicht kommt. Der gute Rechner hilft seinem Mitschüler, der vielleicht noch Schwierigkeiten hat. Den Anderen mit seinen Stärken und Schwächen zu sehen und zu akzeptieren, fördert die soziale Kompetenz der Kinder und ist Grundvoraussetzung für das Leben in unserer modernen Gesellschaft. Obwohl sich eine solche Grundhaltung nicht in „Unterrichtsstunden“ darstellen lässt, bildet der Abschlusskreis am Freitag eine solche organisatorische Klammer. An jedem Freitag blicken wir zum Abschluss der Woche auf das Erlebte im „Klassenrat“ zurück.

Kinder auf dem Boden sitzend
Bänderspiel

Kinder sind wie alle anderen auch immer „Suchende“. Kinder suchen und fragen. Unsere Schule gibt Orientierung in einer „unübersichtlichen Welt“. Unser christlich-katholischer Glaube ist das Fundament, unser Miteinander zu gestalten und zu leben. Unser Glaube muss im Alltag sichtbar werden. Die Realschüler erleben das auch in Form von Ritualen. Jede Woche beginnt mit einem Morgenkreis.

Wir beginnen die Woche mit einer Besinnung auf unser Fundament „Gott ins Spiel bringen“ und starten gemeinsam in die Woche. Das Mittagsritual vor dem gemeinsamen Mittagessen, das gemeinsame Essen und das Feiern der religiösen Feste „formt“ das Schulleben und gibt ihm Struktur.

Gruppenfoto

Unsere Schule versteht sich als Partnerin der Eltern im Erziehungs- und Bildungsprozess ihrer Kinder. Für das Kind sind die Familie und die Schule wesentliche Sozialisationsinstanzen. Im Miteinander von Familie und Schule wird die Basis für das Gelingen von Bildung gelegt. 
Die Eltern sind die Experten für ihre Kinder, die Schule Expertin für Lernen und Bildung. Wenn Eltern und Schule gegenseitig die Kompetenzen anerkennen, ergibt sich für das Kind ein vertrauensvoller und tragfähiger Grund für seinen Bildungsweg an unserer Schule.