SCHULKULTUR/SCHULPASTORAL

Zusammen wachsen

Das von den Schüler*innen und Auszubildenden gewählte Schulmotto für dieses Schuljahr 2022/23  ZUSAMMEN WACHSEN lässt deutlich werden, worum es ihnen im Marianum geht:

  • das lebendige Erleben von Gemeinschaft – insbesondere nach den Jahren von Corona
  • das Wachsen in der eigenen individuellen Persönlichkeit
  • das Hineinwachsen und Zusammenwachsen mit anderen zu einer guten Gemeinschaft
  • der Wunsch, in einer Klassen- und Schulgemeinschaft gut aufgehoben zu sein
  • der Wunsch, als Gemeinschaft zusammen zu wachsen (im doppelten Sinn).
    • im Aufeinanderzu-  und Miteinanderumgehen wächst Gemeinschaft
    • eine starke Gemeinschaft ermöglicht ein stark werden, ein über sich hinauswachsen: neue Wege des Miteinanders werden ausprobiert und gelebt - entgegen bestimmter Trends der Selbstoptimierung, der Isolation, der Spaltung von Gemeinschaft.

Es geht darum ...

  • jede Person wertzuschätzen als einzigartig, als von Gott gewollte Persönlichkeit mit seinen besonderen Stärken und Begabungen und diese zu fördern und zu entfalten,
    • Individuelle Begleitung der Lernwege der Schüler*innen und Auszubildende als Unterstützung der eigenständigen und selbstständigen Persönlichkeit (Angebote von Lerncoaching und Beratung)
    • Lernarrangements unterschiedlicher Art, die  auf ein ganzheitliches, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Lernen auch für die Gemeinschaft zielen und die den einzelnen Lerntypen gerecht werden (u.a. Freiarbeit,  Lernlandschaftszeiten in entsprechenden Räumen, Projektarbeit)
  • Räume und Zeiten zu geben für das Entwickeln einer guten Klassen- und Schulgemeinschaft, in der die Schüler*innen und Auszubildende und Mitarbeiter*innen aufgehoben und gewertschätzt sind. Sie erleben, dass es lohnt, sich für eine Vertrauens- und Verantwortungskultur einzusetzen.
    • Klassenbildungsprozesse und Stärkung der Schulgemeinde u.a. im Haltepunkt, der wöchentlich ab der 10. Klasse Realschule und für die beruflichen Schulen (SG und BKs)  den Unterricht für eine Stunde anhält und Erfahrungen von Gemeinschaftsbildung in Klasse und Schulgemeinde ermöglicht (Konzept der Haltepunkte)
    • Klassen- und Studienfahrten; Projekte (auch klassenübergreifend wie z.B. das Zirkusprojekt für die Klassen 5 und 6), Pilgern in Klasse 8, Abschlussfahrten mit besonderen Impulsen; Projekttage zu best. Themen usw.
    • Planungstage der Schüler*innen, Auszubildenden, die sich als Klassen- und Schulsprecher*innen für die Klassen und Schulgemeinde einsetzen (SV-Tage)
    • Pausenengel der Klassen 8, die sich in der Mittagspause mit darum kümmern, dass im Raum der Stille Schüler*innen tatsächlich zur Ruhe kommen können
    • Angebote zur Begegnung mit interessanten Menschen aus den außerschulischen Lebensbereichen (engagierte Menschen aus Kultur, Politik, sozialen Bereichen, Weltkirche, Zeitzeugen wichtiger Geschehen)
    • Konzeptions- und Planungstage der Kollegien/des Kollegiums; Fort- und Weiterbildung als Lerncoachs für die Schüler*innen und Auszubildenden, Fort- und Weiterbildung im Bereich des Stressmangements, der Achtsamkeit und spirituellen Entwicklung.
  • das Erleben und Leben von christlichen Werten im Schulalltag zu ermöglichen: im Unterricht, in Feiern, in Projekten, auf Klassen- und Studienfahrten, in den Begegnungen in und außerhalb der Schule, in  Ankommens- und Abschlussfeiern, im Schulentwicklungsprozess in Richtung einer Vertrauens- und Verantwortungskultur
    • der gemeinsame Start zu Schuljahresbeginn mit dem Marianumsfest am Ende der ersten Schulwoche, der gemeinsame Abschluss am Schuljahresende;
    • die Wahl eines Schulmottos durch alle Schüler*innen und Auszubildenden am Ende eines Schuljahres für das neue Schuljahr als Jahresimpuls zur Auseinandersetzung und Orientierung für ein Schuljahr (in diesem Jahr: zusammen wachsen)
    • gemeinsame Rituale/Gottesdienste zu Beginn und am Ende des Schuljahres, 1x im Monat, vor den Ferien; Ankommensfeiern für die neuen Schüler*innen/Abschlussfeiern für die Schüler*innen/Auszubildenden, die die Schule verlassen, Stärkunsfeiern vor Praktika und Abschlussklausuren
    • bewusstes Erleben der Jahreszeiten/des christlichen Jahreskalenders mit seinen besonderen Zeiten wie Advent (Licht sein/werden) und Fastenzeit (5 Wochen bewusst(er)leben)
    • Angebote, die bewusst den Schulalltag unterbrechen und Zeit zum Erleben von Klassen- und Schulgemeinschaft ermöglichen (in der Realschule der Montags- und Freitagskreis; Konzept der Haltepunkte in dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium und den Berufskollegs für die Ausbildung als Erzieher*in)
    • Projekte wie Wochen des bewussten Konsums von fairen und regionalen und ökologischen Produkten; Reduktion des Verbrauchs von Energie (Stadtradeln, Einsparen von Strom, Handyverzicht für bestimmte Zeiten usw.); Engagement für einen veränderten Lebensstil zur Rettung des Planeten (Tauschbörsen; Second Hand Waren, Reperaturwerkstätten, Verkauf fair gehandelter Produkte usw.), Schulentwicklung in Richtung „fair-nah-logisch“/Fair-Trade-Schule)
    • Kunstausstellungen der Werke von Schüler*innen/Auszubildenden in beiden Schulhäusern
    • Musiktage für Schüler*innen schulübergreifend mit anschließendem öffentlichen Konzert
    • Klassenübergreifende Projekte wie das musisch-ästeth. Projekt (Video: Auseinandersetzung mit der Kriegsthematik-Friedenssehnsucht);
    • Compassion-Projekte
    • Projekte der SV (Weihnachtsmarkt, Fasnachtsparty, Schulfest zu Schuljahresende usw.)
    • Partnerschaftsprojekt mit der Holy Cross School in Devarshola, Indien (Mitfinanzierung des Solidaritätsfonds für Kinder von Teeplantagenarbeiter*innen)
    • Angebote zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit (auch in schwierigen Zeiten) und spirituelle Angebote
      • Beratungsarbeit auf unterschiedlichen Ebenen;
      • Meditationsangebote
      • Achtsamkeitsübungen

Aspekte einer heutigen Schulpastoral

„Alles Leben ist Begegnung“

Schulpastoral/Schulkultur, die lebendig Schule mitgestalten will, weiß um die Bedeutung und Dimension von Begegnung. Deshalb richtet Schulpastoral/Schulkultur den Blick auf alle, die das Schulleben im Marianum mitbestimmen: auf die Schüler*innen, die Auszubildenden, die Lehrer*innen, die Mitarbeiter*innen, die Eltern, die Schwestern und die Stiftung als Trägergemeinschaft. Inmitten aller Herausforderungen in Gesellschaft und Welt geht es darum, im Alltag Zuversicht, Hoffnung und den Glauben an einen lebendigen Gott, der für alle Menschen das Leben in Fülle will. (1 Joh 10.10), zu leben.

Schulpastoral/Schulkultur zielt auf eine lebendige Vertrauens- und Verantwortungskultur.

Das Konzept der Haltepunkte

... ein Zeit-Fenster zum An- und Innehalten, zum Erleben von Gemeinschaft, zur Stärkung einer Vertrauens- und Verantwortungskultur

In dem Konzept der „Haltepunkte“ fokussiert sich das Konzept von „Schulpastoral“ in engerem Sinne.

Zum Haltepunkt eingeladen sind alle Schüler*innen der Klasse 10 der Realschule, des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums, die Auszubildenden des Erzieher*innenberuf sowie die unterrichtenden Kollegen*innen der entsprechenden Klassen jeweils mittwochs in der Zeit von 9.45-10.30 Uhr. In dieser Zeit wird der Unterricht bewusst unterbrochen. Der Haltpunkt ist fester Bestandteil des Stundenplanes. (siehe Schuljahresplaner).

In einem Vier-Wochen-Rhythmus wechseln sich die Schwerpunkte pastoraler Handlungsfelder ab: Gottesdienst (Liturgia), gemeinsam Musizieren (Koinonia), Fenster zur Welt (Kennenlernen von engagierten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Weltkirche usw. (Diakonia/Zeugnis geben), Zeit für uns/Klassenstunden zum Innehalten, Atemholen, Besinnen, Dialog und Zusammensein innerhalb der einzelnen Klassen.

Ein zentrales Anliegen ist uns, dass Schüler*innen und Auszubildende sich – auch in Gruppen/Klassen - für die Schulgemeinschaft engagieren, die über die erlebte Schulart hinausgeht und sich so bewusst als Teil einer Schulgemeinde erfahren. Die Mitgestaltung der Haltepunkte ermöglicht unseren Schüler*innen und Auszubildenden sich als handelnde Personen zu erleben. Sie erfahren, dass ihr Engagement gefragt ist und dass sie die Möglichkeit bekommen, mitzubestimmen und mitzugestalten. Sie nehmen durch die Übernahme bestimmter Haltepunkte Verantwortung für die gesamte Schulgemeinde wahr.

Grundsätzliche Ziele für die Haltepunkte

  • Eröffnen und entdecken von Erfahrungsräumen für die eigene Suche nach Spiritualität/einer adäquaten religiösen Sprache (Gottesdienste/Meditationen/Achtsamkeitsübungen)
  • Fördern eines Klimas der gegenseitigen Wahrnehmung und Wertschätzung, der Ermutigung, der Unterstützung, um sich für die Klassen-bzw. Schulgemeinschaft stark zu machen, sich zu engagieren. Mitbeteiligung an einer Vertrauens- und Verantwortungskultur. (Gottesdienste, Zeit für uns, Musik, sozial-politische Projekte)
  • Wahrnehmen der Bedeutung von Netzwerkarbeit, von Wegen der Kooperation und des Dialogs in und außerhalb der Schule durch engagierte Gäste im Fenster zur Welt (Vernetzungsarbeit mit kulturellen, politischen, gesellschaftlichen, weltkirchlichen Personen und Projekten)
  • Finden einer gute Balance zwischen „zweckfreiem“ Dasein und gezielten Aktivitäten und Aktionen im Lebensraum Schule; bewusster Umgang mit Zeit (Zeit für uns)