Wie funktioniert eine Solarzelle? Woher kommt das Silizium für Solarmodule? Und welchen Beitrag kann Solarenergie zu mehr Klimagerechtigkeit leisten? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die beiden 1BK-Klassen der Fachschule für Sozialpädagogik des Marianums Hegne bei einem Besuch des International Solar Energy Research Center Konstanz (ISC Konstanz) am 8. und 18. Juni 2026.
Für eine anschauliche Einführung in die Welt der Solarenergie sorgte Dr. Jayaprasad Arumughan. Mit vielen Beispielen und Exponaten erklärte er die Funktionsweise von Solarzellen und verdeutlichte, welche Bedeutung erneuerbare Energien für die Zukunft haben. „Die Sonne sendet in einer Stunde so viel Energie, wie die Menschheit aktuell in einem ganzen Jahr verbraucht“, verdeutlichte er eindrucksvoll.

Solarenergie zum Anfassen
Dr. Arumughan erklärte komplexe Zusammenhänge mit einfachen Vergleichen. So erklärte er beispielsweise: „Der Strom ist der Fluss, die Spannung der Wasserfall. […] Dann ist die Solarzelle der Rheinfall – nicht hoch, aber mit viel Wasser.“ Damit verdeutlichte er, dass Solarzellen zwar keine hohe Spannung erzeugen, dafür aber einen starken Stromfluss und somit viel Energie liefern können.
Die angehenden Erzieher*innen staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass Silizium aus Sand gewonnen wird und dass einzelne Solarzellen aufgrund ihrer Herstellung aus zylindrischen Kristallen charakteristische abgerundete Ecken besitzen. Besonders beeindruckte viele das Gewicht eines Siliziumkristalls. Eine Auszubildende bemerkte überrascht: „Der wiegt so viel wie meine Katze!“
Gurkenglas und Solarenergie? Experimente machen Zusammenhänge sichtbar
Beim Bau eines „Solar-Propellers im Gurkenglas“ wurde es praktisch. Dabei konnten die Auszubildenden selbst mit Solarzellen experimentieren und deren Funktionsweise unmittelbar erleben. Entsprechend groß war die Freude über die eigenen Erfolge. „Dafür, dass ich mit so etwas überhaupt nichts am Hut habe, bin ich jetzt schon sehr stolz auf mich“, berichtete eine Auszubildende.
Blick hinter die Kulissen der Solarzellen-Produktion
Den Abschluss des Nachmittags bildete eine Führung durch die Produktionsbereiche des ISC Konstanz. Die Auszubildenden waren gleichermaßen beeindruckt von den großen Maschinen und den hochpräzisen Fertigungsprozessen sowie den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen im Laborbereich. Spannend fanden sie den Einsatz von Flusssäure bei einzelnen Herstellungsschritten sowie die im Produktionsraum installierte Notdusche.
Besonders faszinierend war es, verschiedene Produktionsprozesse unmittelbar mitzuerleben. So konnten die Auszubildenden unter anderem den Siebdruck der Metallkontakte beobachten, über die der erzeugte Strom zu den Sammelschienen geleitet wird.
„Das ist interessanter als ich gedacht habe!“, fasste eine Auszubildende ihre Eindrücke begeistert zusammen.


Bildung für nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung
Im zweiten Teil des Programms legte Monika Sarkadi, Koordinatorin für Bildung und Soziales sowie Eine-Welt-Regionalpromotorin für die Landkreise Konstanz, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar, Rottweil und Zollernalb, den Schwerpunkt auf die Themen Klimagerechtigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Anhand einer Weltkarte veranschaulichte sie die Ungleichverteilung des Energieverbrauchs zwischen den Kontinenten und zeigte auf, welchen Beitrag internationale Solarprojekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen leisten können. Gleichzeitig ermutigte sie die angehenden pädagogischen Fachkräfte, sich bereits in Kindertageseinrichtungen für Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und globale Verantwortung einzusetzen.
„Den Bezug zur Klimagerechtigkeit fand ich besonders spannend“, sagte eine Auszubildende.
Nachhaltigkeit als Teil der Erzieherausbildung am Marianum Hegne
Der Besuch des ISC Konstanz machte deutlich, wie eng naturwissenschaftliche Bildung, globale Verantwortung und pädagogisches Handeln miteinander verbunden sind. Solche außerschulischen Lernorte ermöglichen unseren Auszubildenden des Marianums Hegne wertvolle Erfahrungen und stärken das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.
Ein besonderer Dank gilt dem engagierten Team des ISC Konstanz für den gewinnbringenden und erlebnisreichen Nachmittag.







