Ein Abend zwischen Fußball, Lebensweg und Führungsfragen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Klosterdenker“: Im Marianum Hegne begrüßten rund 150 Gäste den ehemaligen Bundesligatrainer Volker Finke. Gemeinsam mit Tobias Bücklein entstand ein lebendiger Austausch, der sportliche Themen mit persönlichen und gesellschaftlichen Perspektiven verband.

Kindheit, Karriere und prägende Momente
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur sportliche Stationen, sondern auch prägende Erlebnisse aus der frühen Lebensphase. Finke berichtete von seiner Kindheit in einem kleinen Dorf, in dem sein Vater eine Dorfschule leitete. In diesem Umfeld entwickelte sich früh seine Verbindung zum Fußball.
Besonders anschaulich wurde dies durch eine persönliche Anekdote: Nach dem die Familie das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 zwischen Ungarn und Deutschland im Radio verfolgt hatte, gingen er und sein Bruder anschließend nach draußen und spielten selbst Fußball.
Ein weiterer prägender Moment seiner Laufbahn wurde ebenfalls aufgegriffen: Am 22. September 1990 traf Finke nach einem Spiel seines damaligen Vereins, dem TSV Havelse, in Freiburg auf den damaligen Präsidenten des SC Freiburg Achim Stocker. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eher ungeplant der Wechsel nach Freiburg. Es folgte eine außergewöhnliche 16-jährige Trainerzeit beim SC Freiburg mit dem Aufstieg in die Bundesliga im Jahr 1993, einem dritten Tabellenplatz sowie mehreren Teilnahmen am UEFA-Pokal.
Nach seiner Zeit im deutschen Profifußball führte ihn sein Weg auch international weiter, unter anderem nach Asien und Afrika. Darüber hinaus sammelte er Erfahrungen außerhalb der Trainerrolle und arbeitete zeitweise als Moderator im Schweizer Fußballumfeld.
Führung, Erfolg und ein besonderer Abend
Zugleich eröffnete der Abend einen Blick auf zentrale Fragen von Führung. Wie wächst ein Team zusammen? Welche Rolle spielen Werte, Kommunikation und Vertrauen? Und wie gelingt es, neue Spieler in eine bestehende Mannschaft zu integrieren? Auch wirtschaftliche Aspekte wurden angesprochen, jedoch stets im Zusammenhang mit dem Miteinander innerhalb eines Teams.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem persönlichen Verständnis von Erfolg. Dabei wurde deutlich, dass dieser nicht allein an Ergebnissen gemessen wird, sondern vor allem daran, wie sich Entwicklungen anfühlen und welche Rückmeldungen daraus entstehen.
Musikalisch erhielt der Abend durch Tobias Bücklein eine eigene Dynamik. Mit Liedern wie „Delmenhorst” von Element of Crime, „We Are the Champions” von Queen, „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht” von Reinhard Mey sowie dem Schlusslied „Non, je ne regrette rien” von Édith Piaf, die sich Volker Finke gewünscht hatte, schuf er verbindende Momente zwischen den Gesprächsabschnitten und griff die Stimmung des Abends auf.
So entstand ein Abend, der zwar mit Fußball begann, aber weit darüber hinausging – hin zu Fragen von Persönlichkeit, Motivation und Verantwortung.


